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Rahrbach 1313 e. V.

Mehr als nur Taverne

Die Kneipe ist das Sichtbarste, was der Verein macht - aber längst nicht alles. Ein Defibrillator am Haus, der neue Platz an der Pfarrstraße, Bänke an den Wegen, der Frühjahrsputz, der Nikolaus. Und angefangen hat alles mit etwas ganz anderem.

Wofür es den Verein gibt

In der Satzung steht es nüchtern: Zweck des Vereins ist die Förderung der Ortsgemeinschaft, der Ortsverschönerung, Kultur und der gelegentlichen Ausrichtung von Festen. Dazu kommen Verschönerung und Erhalt des Dorfes, Hilfe für Vereine und Bürger und die Koordination von Anliegen, die keinem einzelnen Verein gehören.

Gegründet wurde der Verein 2012 mit zwei Aufträgen - einer Typisierungsaktion und dem 700-jährigen Dorfjubiläum. Aus dem Jubiläumsjahr 1313 kommt der Name. Als beides erledigt war, beschloss die Versammlung, weiterzumachen. Die Taverne kam erst sieben Jahre später dazu; sie ist das Jüngste, was der Verein angefasst hat, nicht das Einzige.

Wie es anfing

Der erste Auftrag war kein Fest. Für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Rahrbacher Markus Limper organisierte der frisch gegründete Verein im Juni 2012 eine Typisierungsaktion der DKMS. An einem Tag kamen rund 1.500 Menschen, in sieben Stunden waren ebenso viele Blutuntersuchungen gemacht und über 85.000 Euro zusammen - ein Vielfaches dessen, was die DKMS bei einem Genpool dieser Größe erwartet hatte.

Aus dieser einen Aktion sind bis 2018 zwölf Menschen tatsächlich Stammzellenspender geworden. Die Empfänger lebten in Irland, Schweden, den USA, Deutschland, den Niederlanden, Australien, Spanien, Kroatien und Russland.

Dass es gelang, alle Rahrbacher Vereine unter einen Hut zu bekommen, war der eigentliche Einstieg. Es ist die Arbeitsweise geblieben.

Sektgläser und Flaschen im Eiskübel vor einem Bildschirm mit dem Gruß „Herzlich willkommen zur Eröffnung der Taverne 1313“
Eröffnung des Gewölbekellers, August 2022
Gäste mit Sektgläsern im vollen Schankraum bei der Eröffnung 2022
Eröffnung im August 2022 - nach anderthalb Jahren Bauzeit

Was wir machen

Die Taverne

Seit 2019 betreibt der Verein die Kneipe im ehemaligen Rahrbacher Hof, seit 2022 im ausgebauten Gewölbekeller. Was man an der Theke sieht, ist der kleinere Teil: Einkauf, Abrechnung, Dienstplan, Instandhaltung, Anfragen - das alles machen Vereinsmitglieder nebenher und ohne Bezahlung. Der Umbau ist noch nicht abbezahlt. Was eines Tages übrig bleibt, soll dorthin gehen, wo es der Verein sonst auch hinbringt: ins Dorf. Wie der Keller entstand.

Der Defibrillator

Auf dem Land ist ungewiss, wie schnell der Rettungsdienst da ist - und jede Minute ohne Hilfe kostet Überlebenschance. 2018 hat der Verein dafür gesammelt, seither steht das Gerät frei zugänglich am Ehrenmal in der Dorfmitte. Es wird regelmäßig gewartet.

Der Mehrgenerationenplatz

Der Spielplatz an der Pfarrstraße war in die Jahre gekommen - die Geräte hatten sechzehn Jahre auf dem Buckel. Als die Gemeinde deswegen auf den Verein zukam, wurde daraus mehr als ein Austausch: ein Platz für alle Generationen. Klettern, Rutschen, Sandkasten, Wippen und ein Erdtrampolin für die Kinder; eine überdachte Sitzgruppe und Fitnessgeräte für die, die schon länger dabei sind. Barrierefrei zu erreichen, hinter einer Tür, die die Kleinsten von innen nicht öffnen können. 2026 eröffnet - und der Verein bringt sich weiter mit Nebenprojekten ein, etwa einem Insektenhotel.

Bänke, Wege und Dorfmitte

Ruhebänke instand halten und neue Plätze dafür herrichten. Beide Bushaltestellen in der Dorfmitte umgestalten, die „Dicke Eiche“ in der Hochstraße, Verkehrsinseln und Stützmauer. Mithelfen am Poesieweg und am Mutter-Gottes-Häuschen. Und jedes Frühjahr der Frühjahrsputz. Das sind die Dinge, die allen gehören und für die sich sonst niemand zuständig fühlt.

Für die Kinder

Weihnachtsbasteln und Nikolausbesuch für die jüngsten Dorfbewohner - jedes Jahr, seit es den Verein gibt.

Wenn es woanders gebraucht wird

Den Überschuss der 700-Jahr-Feier hat der Verein an alle beteiligten Rahrbacher Vereine weitergegeben. Das Lichterfest zugunsten des Deutschen Kinderhospizvereins hat er mitorganisiert. Dazu kommt, was sich sonst an sozialen Aktionen ergibt.

Feste und Abende

Von der 700-Jahr-Feier mit historischem Festzug bis zum nächsten Abend im Gewölbe: Veranstaltungen sind kein Nebenprodukt, sie stehen in der Satzung. Was ansteht.

Zwei Personen im Dienst hinter der Theke, davor Gäste an den Hockern
Die Organisation der Taverne erfolgt komplett ehrenamtlich.

Mitmachen

Mitglied wird man für 18 Euro im Jahr - rund 1,50 Euro im Monat. Die Satzung schreibt vor, dass das Geld nur für Satzungszwecke verwendet werden darf: jeder Euro, der hereinkommt, wird wieder im Ort ausgegeben.

Wer lieber mit Zeit als mit Geld beiträgt, ist genauso willkommen - an der Theke, beim Frühjahrsputz, beim nächsten Fest.

Seit 2012

Was schon gelaufen ist

  • 2012 Gründung Im April die Gründungsversammlung, im Juni der eingetragene Verein. Zwei Aufträge standen von Anfang an fest: die Typisierungsaktion und das Dorfjubiläum.
  • 2012 Typisierungsaktion mit der DKMS 1.500 Blutuntersuchungen an einem Junitag, 85.000 Euro für die DKMS. Ein Benefizspiel der Traditionself von Bayer 04 Leverkusen zwei Wochen später gehörte dazu.
  • 2013 700 Jahre Rahrbach Drei Tage im Mai: Seniorennachmittag, Bierprobe, historischer Festzug durch die Straßen, Ball und Frühschoppen. Vom Überschuss bekam jeder beteiligte Verein seinen Anteil.
  • seither Dorfpflege Bushaltestellen, „Dicke Eiche“, Bänke, Frühjahrsputz, Weihnachtsbasteln, Nikolaus. Die Arbeit, die nicht in die Zeitung kommt.
  • 2018 Defibrillator Spendenaufruf im ganzen Dorf, danach angeschafft und am Ehrenmal aufgestellt. Seither wird er gewartet.
  • 2019 Die Taverne Der Rahrbacher Hof gibt den Gaststättenbetrieb auf, der Verein übernimmt die Räume. Aus dem Wirtshaus wird eine Ehrenamtskneipe.
  • 2022 Der Gewölbekeller Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit öffnet die Taverne 1313 im restaurierten Gewölbe.
  • 2023 Trauzimmer Der Keller wird Außenstelle des Standesamts Kirchhundem.
  • 2026 Mehrgenerationenplatz Aus dem alten Spielplatz an der Pfarrstraße wird ein Platz für alle Generationen - angestoßen aus der Dorfgemeinschaft, geplant mit der Gemeinde, in diesem Jahr eröffnet.