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Der Umbau

Zweieinhalb Jahre, mehrere tausend ehrenamtliche Stunden und ein Keller, der von Hand tiefergelegt wurde. Wie aus dem Rahrbacher Hof die Taverne wurde.

Ein Dorf ohne Kneipe

2019 gab der Rahrbacher Hof den Gaststättenbetrieb auf. Was danach fehlte, war nicht nur ein Ort für ein Bier: es war der einzige Raum im Dorf, in dem man sich trifft, ohne sich zu verabreden.

Ortsvorsteher Dr. Christian Jung kaufte das Gebäude. Aus der Frage, was daraus werden soll, wurde die Idee einer Kneipe, die keinem Wirt gehört, sondern dem Dorf - betrieben vom Rahrbach 1313 e. V., organisiert von Vereinsmitgliedern nebenher.

Der ausgebaute Gewölbekeller mit Bruchsteingewölbe, in violettes Licht getaucht
Gewölbekeller, Theke und die Eröffnung im August 2022

Anderthalb Jahre nur für den Boden

Der Gewölbekeller war da - nur zu niedrig. Um ihn nutzbar zu machen, musste die gesamte Kellerebene tiefergelegt werden. Allein das dauerte anderthalb Jahre. Danach wurden Wände versetzt, ein neuer Boden verlegt, Elektrik und Sanitär komplett neu installiert.

Gearbeitet haben rund fünfzig Menschen aus dem Dorf, ein Kernteam von etwa zehn davon mehrmals die Woche - Feierabende, Wochenenden, Nachtschichten. Zusammen kamen mehrere tausend Stunden zusammen. Die Theke hat ein Schreiner aus dem Ort auf Maß gebaut.

Herausgekommen ist ein Raum mit dicken Bruchsteinwänden und Rundbogendecke, barrierefrei zugänglich, mit einem barrierefreien WC, moderner Licht- und Medientechnik, zwei Dartscheiben und einem Kicker.

Was es gekostet hat

Kalkuliert waren 306.000 Euro. Rund 195.000 Euro kamen aus Fördermitteln, 30.000 Euro von der Gemeinde Kirchhundem, der Rest aus Eigenmitteln und Spenden - und aus Arbeit, die in keiner Rechnung steht.

Finanzierung des Kellerausbaus
Kalkulation 306.000 €
Förderung rund 195.000 €
Gemeinde Kirchhundem 30.000 €
Eigenmittel und Spenden der Rest

Ein Haus von 1439

Das Gebäude wird 1439 zum ersten Mal im Pfarrarchiv Rahrbach erwähnt, damals als „Limpers Haus“. Damit gehört es zu den ältesten Häusern im Ort - und der Keller, in dem heute gefeiert wird, ist der älteste Teil davon.

Seit 2023 ist er außerdem Außenstelle des Standesamts Kirchhundem, die fünfte der Gemeinde. Getraut wird exklusiv, außerhalb der Öffnungszeiten - wer hier heiratet, feiert im selben Haus weiter.

Bilder

Vom aufgerissenen Boden zum Gewölbe

Elf Aufnahmen aus der Bauzeit - zum Vergrößern anklicken.

Fotos: Rahrbach 1313 e. V.

Ein Minibagger reißt den Kellerboden auf

Anderthalb Jahre gingen allein dafür drauf, die Kellerebene tiefer zu legen.

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Abbruchschutt und Ziegel im entkernten Keller

Entkernt: was raus musste, ging von Hand raus.

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Der ausgehobene Boden entlang der Kellerwand

Der Boden entlang der alten Bruchsteinwand.

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Zwei Helfer über der verlegten Bewehrung

Bewehrung für den neuen Boden.

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Zwei Betonmischer im Keller, daneben zwei Helfer

Zwei Mischer, viele Feierabende.

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Zwei Helfer an der freigelegten Bruchsteinwand

Die Bruchsteinwände kamen beim Ausräumen zum Vorschein.

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Die freigelegte Außenwand mit dem alten Kellerfenster

Auch von außen wurde gearbeitet.

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Arbeiten unter der Decke, ein Helfer auf der Leiter

Elektrik und Technik kamen komplett neu.

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Der Gewölbekeller im Rohbau, Kabel auf dem Estrich

Der Rohbau steht - das Gewölbe ist frei.

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Der fertige Schankraum mit der neuen Theke

Die Theke hat ein Schreiner aus dem Ort auf Maß gebaut.

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Meilensteine

Vom Limpers Haus zur Taverne

  • 1439 Erste Erwähnung Das Haus taucht im Pfarrarchiv Rahrbach auf - damals „Limpers Haus“. Damit ist es nachweislich eines der ältesten Gebäude im Ort.
  • 2019 Die Kneipe schließt Der Rahrbacher Hof gibt den Gaststättenbetrieb auf. Rahrbach steht ohne Kneipe da. Ortsvorsteher Dr. Christian Jung kauft das Gebäude - und aus dem Gespräch darüber, was daraus werden soll, entsteht die Idee einer Ehrenamtskneipe.
  • 2019 Der Verein übernimmt Ab Mitte des Jahres betreibt der Rahrbach 1313 e. V. die alten Kneipenräume im Erdgeschoss. Der Betrieb läuft, während unten schon gearbeitet wird.
  • 2020–2022 Zweieinhalb Jahre Keller Der Gewölbekeller wird ausgebaut. Allein das Tieferlegen der Kellerebene dauert anderthalb Jahre - von Hand, in Feierabenden und Nachtschichten.
  • 2022 Eröffnung Am Wochenende des 19. und 20. August öffnet die Taverne 1313 im Gewölbekeller. Der Probebetrieb oben lief bis Mitte Mai.
  • 2023 Trauzimmer Auf Wunsch des Vereins wird der Gewölbekeller zur Außenstelle des Standesamts Kirchhundem - die fünfte der Gemeinde. Getraut wird exklusiv, nie während der Öffnungszeiten.